...12 stunden von Grieskirchen
mein bericht...

 

freitag nachmittag gings ab richtung grieskirchen. unsere männer (phillip, tobias und thomas) freuten sich darauf und gleichzeitig waren sie enttäuscht und traurig, dass sie nicht mitlaufen konnten (die 12er staffel in vogau hat sie geprägt). das wochenende war mit ihrem papa geplant und anschließende konnten sie mit oma nach kärnten fahren. bei den aufbauarbeiten für unterkunft und unseren zeltplatz waren sie noch live dabei, die strecke wurde nach dem gemeinsamen abendessen besichtigt und dann gings ab nach linz. von dort kam auch unser betreuer rainer. wieder gings zurück. ich war froh endlich in grieskirchen zu sein. meine nerven waren "leicht" angespannt. geschwind noch die utensilien für den nächsten tag vorbereitet und dann gings ab auf die luftmatratze. nach schlecht geschlafener nacht, zuviele gedanken drehten sich im kopf, standen wir um 5 uhr auf. danke an straßer regina und reinhold, die das frühstück für jene, die in der polytechnischen schule genächtigt haben, organisiert haben. so kann der lauf ruhig beginnen...

 

 

6:30 - startschuß - es ging los auf die 1,149 km lange strecke. etwas unrund lief ich los, nach der ersten runde drückte die blase und ab gings auf´s wc - zurück auf die strecke - der rhythmus lies zu wünschen übrig - und nach 9 runden machte sich die verdauung bemerkbar - es ging wieder ab auf´s wc. war ich wirklich so nervös? egal, dachte ich mir, ich beginne von neuem, laufe meine runden konstant nach plan (5:30 min/km, 6:19 min/runde). es passt - drehe runde um runde, das laufgefühl stellt sich ein. jeweils 26 runden waren für die vier turns geplant.

 

 

die erste pause kam doch etwas früh. ich merkte keine ermüdungserscheinungen. meine zwischendurchverpflegung bestand aus isotonischem getränk und wasser von der labestation und aus magnesium- bzw. kohlenhydratangereichertes wasser vom eigenen standplatz. gegen hungergefühl gabs energieriegeln und später suppe. anita machte es sich noch gemütlich. ihr start war erst um halb eins, und rainer war sowieso eine bereicherung für uns. selber war er weder als läufer noch als betreuer dabei und trotzdem funktionierte alles.

 

 

im zweiten viertel gab es keine wirklichen besonderheiten, der schnitt passt und die motivation war immer noch hoch. am ende meiner zweiten pause ging es dann für anita auch los. start war um 12:30 uhr und bei temperaturen, die über der 30° marke lagen. wir 12stunden-einzelläufer hatten es ein wenig besser. wir konnten uns schon sechs stunden lang an die hitze gewöhnen - dafür waren wir aber auch schon länger auf den beinen. anita hatte das ziel die 50 km marke zu knacken. noch ist sie ohne plan und konzept unterwegs - einfach unbeschwert - so schön kann das läuferleben sein. nach der endabrechnung war ihr klar, auch sie darf in zukunft ihren runden- und kilometerschnitt im auge behalten.

alex depauli (unser 300km-man benefizläufer nach graz ;-)) ist hochmotiviert mit andi pfandlbauer (ultraläufer-spezialist, der weit über der 70 km marke im 6-stundenlauf laufen kann und sich auch siegchancen ausgerechnet hat) gestartet. ein verwegener versuch, bedenkt man, seit wann alex läuft und wieviel zeit er ins training investiert. aber egal, probieren geht über studieren, reden werden wir sicher noch darüber.

 

 

im dritten viertel war mir klar, dass ich kämpfen muss. die rundenzeiten wurden auch langsamer, aber immer noch im grünen bereich. die kleineren wehwechen stellten sich ein. es zwickt im nacken, leichte krampfanzeichen in der wade, eine reibstelle bei der großen zehe, aber ansonsten kann ich laufen und laufen und laufen... geistig war ich irgendwo im nirvana, sogar den mp3-player, den ich mir nach der pause mitgenommen habe war umsonst. ich brauchte keine abwechslung, keinen antreiber. die rundenzeiten waren genug mich voranzutreiben.

 

 


rudi ohme

 

die letzte pause! ich wusste, noch so einen turn und ich habs geschafft. was sind noch drei stunden - mein plan stimmt, körperlich gehts mir gut - ich schaffe es sicher. dass nach der pause mein bewegungsapparat steif ist, ist klar. nach ein paar metern läuft aber das werkl wieder und ich drehe meine runde. von einem schritt auf den anderen merke ich drei runden nach der pause ein ziehen in der kleinen zehe - hm, ist es eine blase oder ein verrutschter socken. wenn es eine blase ist, was tun? zweieinhalb stunden damit weiterlaufen, oder hinein in die box und versorgen lassen? ich entscheide mich für zweiteres. rainer bewährt sich auch als ausgezeichneter sanitäter und klebt mir die blase fachgerecht ab. kurz keimt der gedanke auf, dass ich müde bin und schlafen möchte. die matte ist nicht weit und fünf minuten... - nein - aufstehen motor anwerfen und raus auf die piste. es geht - nein es läuft - runde um runde spule ich ab. ich weiß, laut plan muss ich 104 runden für meine geplanten 120 km schaffen. rainer informiert mich, dass ich am gesamt 5. rang liege, knapp vor ulreich christian und zwei runden hinter rudi ohme. jetzt ja nicht nachlassen. merke auch, dass ich immer näher zu rudi komme. runde mich zurück und merke am gesichtsaudruck seiner frau elisabeth, dass sie mich im auge behält und rudi über meine zeiten informiert. dass ich rudi nicht mehr einholen kann war mir klar, aber druck ausüben, dass wollte ich, man kann ja nie wissen. im endklassement fehlten mir nur noch 694 m. die aber nicht mehr zum aufholen waren. Rudi Ohme, ein österreicher, der mit seiner familie in der schweiz wohnt ist bekannt in der ultralaufszene. kann er doch über 120 km in 12 stunden oder auch 210 km in 24-stunden laufen.

die letzen runden werden abgespult. ich schaffe es - mein ziel die 120 km zu erlaufen - wird gewissheit. drei minuten bleiben sogar nach den 104 runden noch über. ich laufe durch und "scheuche" anita aus ihrem sessel um mich die letzten minuten wie gewohnt zu begleiten. wir laufen noch, gehen und dann ist es geschafft. der 12-stundenlauf von grieskirchen ist aus! genau da wo wir stehen, lassen wir uns nieder. sitzen auf der straße und warten auf das wichtigste nach so einem lauf - bier - rainer, der schon vorher die order bekommen hat dafür zu sorgen kommt nach und so können wir endlich auf unsere leistung anstossen.

 


 

erst beim duschen kamen leichte zweifel auf, ob ich die 120 überhaupt geschafft habe. rainer hat sich ausgerechnet, dass ich 105 runden benötigt hätte. verunsichert gingen wir dann zur siegerehrung. und tatsächlich - ich schaffte 119,931 km! wo war der hund begraben? nach meiner lauftabelle brauchte ich 104,435 runden. in meinem kopf hatte ich aber nur 104 runden. so fehlten mir eine knappe halbe runde um die 120 km zu schaffen. soll ich mich jetzt ärgern? nein - ich weiß dass ich es kann, körperlich bin ich fit und hab keine beschwerden (was mir sehr wichtig nach so einem lauf ist.)
in der wertung wurde ich hinter gerald fabianek aus mödling (142,085 km), einem ungarn (130,276 km), einem italiener (127,582 km) und rudi ohme mit 120,625 km gesamt fünfter, in meiner altersklasse hinter dem ungarn sogar zweiter. ich bin voll und ganz zufrieden, und freue mich schon jetzt auf den nächsten 12 stundenlauf, der am 17. mai in vogau stattfindet.

vorher starten wir aber am 6. oktober in schwechat beim 6-stundenlauf. und wieder sind mein "team" anita und rainer fix dabei...

 

hier noch meine rundenzeiten (1 runde = 1,149 km)

Spielbüchler Klaus 68 AUT www.hsv-trendsport.at M-30 2 104 119,931
0:06:34  0:07:02  0:06:15  0:06:10  0:06:15  0:06:07  0:06:15  0:06:16  0:08:36  0:06:02  0:06:09  0:06:18  0:06:21  0:06:09  0:06:09  0:06:24  0:06:07  0:06:05  0:06:06  0:06:05  0:06:03  0:06:02  0:06:07  0:06:13  0:06:05  0:06:03  0:18:42  0:06:12  0:06:15  0:06:08  0:06:16  0:06:27  0:06:14  0:06:05  0:06:14  0:06:09  0:06:17  0:06:15  0:06:19  0:06:17  0:06:38  0:06:59  0:06:16  0:06:20  0:06:23  0:06:27  0:06:29  0:06:14  0:06:28  0:06:16  0:06:22  0:06:12  0:21:36  0:06:20  0:06:32  0:06:12  0:06:16  0:06:54  0:06:31  0:06:29  0:06:35  0:06:55  0:06:35  0:06:43  0:06:21  0:06:28  0:07:05  0:06:36  0:06:37  0:06:38  0:06:40  0:07:07  0:06:17  0:06:45  0:06:31  0:06:33  0:06:39  0:06:42  0:19:28  0:06:20  0:06:36  0:06:13  0:07:18  0:06:47  0:12:13  0:06:42  0:06:30  0:06:43  0:06:24  0:06:33  0:06:21  0:07:20  0:06:37  0:06:32  0:06:18  0:07:09  0:06:38  0:06:04  0:06:42  0:06:11  0:06:37  0:06:22  0:06:32  0:05:53

danke auch an alle, die mich während der 12-stunden motiviert, angetrieben und gefordert haben wie reini strasser, regina strasser, didi michalitsch, thomas meindl, hubert gantioler, alex depauli, didi fried, herbert gossi, andi pfandlbauer, richard adrian, jürgen eder, rudi ohme mit seiner frau elisabeth, martin hödl mit seiner frau, rainer schertz und natürlich meine Anita