.... ulmer laufnacht 12. - 13. juni 2009

Hier die Fotos von Uli

ein Bericht von Anton Lautner (marathon4you.de StartNr. 167)

klick auf die bilder und du siehst sie größer

Ulmer 100 km Laufstrecke

Ulmer 100km Laufstrecke
laufstrecke aus google earth

Ulmer 100km Höhenprofil
höhenmeterprofil und tempokurve vom begleitradfahrer uli - die schnelleren km in der anfangsphase kommen daher, dass die radler bis km 10 vorausgefahren sind.


die 10km-splitzeiten. die schnellen ersten und letzten 10 km kommen vom begleitradfahrer uli, der vorausgefahren ist.

Ulmer Laufnacht

durch zufall bin ich auf eine neue laufveranstaltung gestoßen. auf der webseite marathon4you.de habe ich bei der terminvorschau geschmöckert was es so im umkreis von zu hause an laufveranstaltungen gibt.

wichtig war: relativ kurze anreise, eine interessante veranstaltung, marathon oder länger und auf jeden fall zum zeitpunkt her passend.

und siehe da - die ulmer laufnacht wurde gefunden. ulm ist "relativ" in der nähe. über die a8 waren es 323 km und mit knappe drei stunden fahrzeit erreichbar. der start von dieser erstmals ausgetragenen veranstaltung war in blaustein (liegt 7 km westlich von ulm).

die startzeit war auch spannend. nachdem es sich ja um die ulmer laufnacht handelt war mir zu beginn klar, dass der lauf abends stattfinden sollte. dass der start um 23 uhr erfolgt überrascht mich dann doch ein wenig.

für mich neu war auch die laufstrecke. es handelt sich hier um einen 100 km lauf. die kilometer waren für mich kein thema - neu war für mich, dass es sich hierbei um eine einzige runde handelt. mit diesem link ulmer laufnacht laufstrecke könnt ihr die laufstrecke auch abfliegen. (klickt zuerst am oberen kartenausschnitt auf den button "sat", auf der rechten seite findet ihr einen möglichkeit zur vollbild, mit dem raster auf der linken seite könnt ihr die ansicht noch ändern. nun klickt rechts auf den text 100km nacht ulm und anschließend auf streckenflug)

am nachmittag gings los nach ulm. um die speicher noch aufzufüllen führte uns der erste weg gleich in eine pizzeria. die startunterlagen bekam ich in der turnhalle, diese war auch als ruhestätte vorgesehen. ein toller luxus, der turnmattendienst hat super funktioniert und mit den wenigen habseeligkeiten auch schon fertig bezogen. anita und philipp machten sich noch ins angrenzende bad um die stunden bis zum start zu überbrücken. ich wollte sowieso noch ein schläfchen halten, aber nachdem sich die halle immer mehr füllte und füllte war auf grund der geräuschkullisse an einen schlaf nicht zu denken.

zwischenzeitlich ist auch meine radbegleitung eingetroffen. ein service, der mir nicht bekannt war. einen bewerb mit so einer großen runde kannte ich nicht. meine vorstellung war, dass ich dazu zwei begleiter brauchen werde. einen ständig bei mir, der mir diverse unterstützung geben kann und eine autobegleitung um die größeren utensilien wie kleidung, reserveschuhe... zu transportieren und auch als heimholdienst, falls etwas dazwischen kommen sollte, fungiert. nach dem bewerb hat sich herausgestellt, dass die radbegleitung reicht. es war immer schön wenn anita, die mit dem auto unterwegs war, bei den labestationen war (ab km 44) - der aufenthalt an den stationen war aber zu kurz.

uli machte schon zu beginn einen sympathischen eindruck. von seinen erzählungen merkte ich, dass er bestens auf die veranstaltung vorbereitet war. er hatte alles mit, was er glaubte zu brauchen. gps, fotoapparat, digicam, verbandszeug, energieriegeln und gel. nachdem uli sich über mich schlau gemacht hat und wusste, dass ich beim 12 stundenlauf in vogau 95 gelaufen bin, schätze er so ca. 13-14 stunden laufzeit für mich. noch dazu mit den höhenmeter, die wir zu bewälten haben... ehrlich gesagt, für mich war es ein schock - so lange...

kurz vor 23 uhr ging es dann ab zum start, der auf einer tartanbahn im sportstadion erfolgte. auf dem fußballplatz waren 4 heißluftballone postiert, die mit ihren gasflammen das gelände beleuchteten. der countdown wurde von 10 runtergezählt, bei zwei erfolgte ein kleiner blob und bei null ist eine feuerwerksrakete explodiert. das signal zum start. weitere raketen stiegen zum himmel und das stadion wurde mit sprühraketen und leuchtkörpern erhellt. die läuferschar, mit stirnlampen unterwegs, setzte sich bei dem schönen start in bewegung.

die ersten 10 km wurden ohne begleitradfahrer zurückgelegt. die läufermenge war noch zu geballt unterwegs um betreut zu werden. bei der ersten labestation gesellte sich dann uli zu mir und verlässt mich auf den restlichen 90 kilometer nur um mir entweder bei den labestationen etwas zu besorgen, oder das eine oder andere foto von mir zu machen.

wie die betreuung funktionieren sollte war uns beiden nicht klar. wir kannten uns nicht, für uli war es die erste persönliche betreuung bei einem event und auch für mich war es neu, jemanden ständig an meiner seite zu haben. wir beschlossen die sache auf uns zukommen zu lassen. er wird mir ein paar geschichten von sich bzw. von ulm erzählen, wenn er mir auf den nerv geht sollte ich es ihm sagen, den rest werden wir sehen...

bei km 44 (kloster wiblingen) hat erstmals anita auf mich gewartet. kurz ein neues pflaster für die brustwarze, einmal einsprühen mit ortho´s wunderspray und weiter gings richtung iller und dann zur donau. uli machte sich echt als reiseführer gut. er hat mir eine menge erzählt über die befestigungsanlagen, die stadtmauern, die iller... nur - ich konnte wenig aufnehmen. die müdigkeit hat mich gepackt, mit dem hintergedanken wieso-warum-weshalb - ulis motivationsspruch "jetzt laufst noch 20 km dann kommen wir zu dem steilen anstieg" trafen mich wie ein hammer. entlang der iller war auch nichts los - selten trafen wir einen läufer oder läuferin. kann mich noch an eine erinnern mit sponsoraufdruck "ratiopharm" und trinkgürtel. sie war als staffelläuferin unterwegs, das tempo war zwar schnell aber doch gut um wieder in die gänge zu kommen. also nichts wie ran und ziehen lassen. zum glück hatte sie auch nichts dagegen. uli machte weiterhin einen tollen job. mit präzisen angaben wann in welche richtung abzubiegen ist, wie lange der streckenabschnitt dauern wird, mit interessanten geschichten die ihm vor ort bei der erkundungstour passiert sind (jetzt kann ich es dir ja erzählen, gestern bei der tourbesprechung hatten wir hier einige platten, alle durch reisnägel verursacht, aber jetzt sind wir ja durch und es ist nichts passiert...) - die organisierten begleitradfahrer sind echt ab vortag die geamte strecke schon mit dem rad abgefahren - 200 km an zwei tagen am sattel - lieber lauf ich die 100...

auf den letzten km der donau entlang haben wir auch die bekannten ulmer schachtelboote gesehen. dank uli´s erklärung sind mir jetzt auch diese ein begriff. bei tagesanbruch habe wir nach 65 km das kloster oberelchingen erspäht - wir unten im tal - das kloster oben am hügel - der mächtige anstieg (20 % steigung) steht bevor. "pauli" kurzzeitig habe ich uli´s namen vergessen - habe ich "vorgewarnt", dass ich diesen im gehen bewältigen werde - er meinte dazu, dass er nicht glaubt ob den irgend jemand laufen wird können. für uli hatte der anstieg auch etwas positives - endlich wurde auch ihm warm...

der einlaß zum kloster war richtig aufbauend - von der rückseite über eine wiese kommend, haben wir das klostergelände über den friedhof betreten - kurz mit anita die weitere betreuung besprochen, die labestation aufgesucht und weiter gings - in 10 km, die uns immer wieder bergauf und bergab laufen liesen, seh ich anita wieder. jetzt war ich wieder mal so ziemlich müde - das gespräch mit uli war einseitig - ich konnte ihm weder vernünftig antworten noch etwas zum gespräch beitragen. in jungingen (km 75) war dann die nächste labestation. hinter dem verpflegsstand sah ich ein feldbett auf dem ein läufer gesessen ist, dachte ich mir auch - gut nehm ich mir einen becher wasser mit und setz mich nieder. ein mann hat mir dann noch einen mohnkuchen angeboten, von dem ich gerne ein stück genommen hab. und dann - bin ich eingeschlafen - sagt anita - in einer hand den becher, im mund ein stück kuchen, in der anderen hand den restlichen kuchen - sagt anita. weiß nicht, wie lange das gedauert hat, auf jeden fall bin ich dann wieder auf, hab mir zwei becher cola genehmigt und wir sind weiter. bei km 85 war wieder treffpunkt mit anita.

die letzten 25 km ging es einigermaßen wieder gut. kurz nachdem wir den 75 km punkt verlassen haben kann ich mich noch auf ulis ausspruch erinnern - jetzt laufst noch geschwind einen tollen halbmarathon - dann hast du es geschafft. naja, wenn er meint - machen wir es halt. die diversen anstiege wurden im gehen bewältigt, die flachstücke und bergabpassagen wurden gelaufen - so gut es ging. der rhythmus passte auch wieder. läufermäßig war das feld weit auseinander gezogen. alle die mich überholten konnte ich nicht folgen, jene, auf die ich aufgelaufen bin, waren wieder langsamer. eine laufgemeinschat zu bilden war unmöglich.

beeindruckend war die wilhelmsburg - ein imposanter gebäudekomplex mit tiefem burggraben und mauern, die wir auch durchlaufen durften. über die ulmer alp ging es dann weiter ins kiesental - das ende nahte - felder, wiesen, täler, die sonne über uns waren einladung genug um das tempo wieder zu erhöhen. die letzten 10 km waren vom veranstalter regelmäßig ausgeschildert - wie ein countdown wurden sie runtergezählt. mit uli war abgesprochen, dass ich den letzten km alleine laufen möchte und er mir ein paar fotos vom zieleinlauf machen möchte. die letzten 300m waren wieder auf der laufbahn, wo wir vor 99,7 km gestartet waren, zu laufen. es war schön wieder da zu sein. anita, philipp warteten mit zwei bier in der hand auf mich hinter dem zielbogen - noch ein paar schritte und geschafft wars!

100 km - 10:25:23 stunden
8216 kcal verbrennt, 129 puls schnitt
6:15 min/km

zur belohnung gab es wurstsemmeln, käsesemmeln, kuchen, obst, verschiedene getränke an der labestation, ein finisher - funktions-t-shirt, eine medaillie und einen wunderschönen weichen (wenn auch ein wenig nassen) fußballrasen zum ruhen.

meine versorgung: wasser, eigenes elektrolythgetränk mit spezialsalzwasser, ein enervitgel, ein sackerl studentenfutter, ein paar stückchen kuchen, eine banane. die diversen elektrolythgetränke an den labestationen bzw. die suppe hätte ich mir geschmackstechnisch sparen können.

zu meinem begleiter uli: obwohl wir uns erst kurz vor dem start kennengelernt hatten, stimmte die harmonie. dass es für beide ungewohnt sein wird und keiner weiß, was auf den anderen zu kommt, ist verständlich. er hat sich wirklich bemüht - wollte immer das beste für mich rausholen und mich auch pushen, wenn ich einen hänger hatte. hat mir interessante dinge über sich und ulm erzählt, versucht, mir die zeit so kurzweilig wie möglich zu gestalten. oft waren wir einfach nur nebeneinander unterwegs und haben uns - in gedanken versunken - still unterhalten. ich habe keine minute bereut mich von uli betreuen zu lassen. sollte ich wieder einmal zu diesem lauf kommen - und davon gehe ich aus - werde ich wieder uli bitten mein partner zu sein.

anita als autobegleiterin ist wie immer schön zu sehen, dabeizuhaben und natürlich wichtig. die spezielle versorgung mit dem auto ist aber extrem zeitaufwendig und steht nicht zum verhältnis. ich denke, dass beim nächsten mal uli mehr reserveausrüstung mitbekommt und anita telefonisch für notfälle erreichbar ist. schließlich steht ja am zweiten tag die rückreise am programm und da ist ein ausgeschlafener autofahrer sehr wichtig.

zu meinen blessuren: abgesehen von einer gewissen steifigkeit habe ich den lauf gut überstanden. der muskelkater in den oberschenkeln hält sich in grenzen. der linke knöchel ist leicht angeschwollen - hatte beim lauf mal einen schmerz verspührt. das wars!

kurz zusammengefasst: eine wirklich tolle veranstaltung, das service, die betreuung, die verpflegung wirklich super - alle mitarbeiter der organisation haben sich bemüht uns läufern zu helfen. alle kontrollposten, absperrposten entlang der strecke haben aufmunternd geklatscht und angefeuert. die bevölkerung war oft bei lagerfeuer, radiomusik, kerzenschein entlang der strecke um uns - noch bis in die frühen morgenstunden zu unterstützen. der start mit ballons und feuerwerk war grandios und habe ich noch nie miterlebt. die strecke hat alles geboten, von asphaltstraße über radwege, forststraßen, wanderwege, treppelwege entlang der iller und donau, wald- und wiesenwege - bis auf den abschnitt entlang der iller bzw. donau kam nie langeweile auf.

im nenngeld von € 50,- war enthalten: ein starter t-shirt, ein gutschein für die spätzle-party, kostenloser eintritt im angrenzenden bad (mit sohlebecken) für alle zwei tage, die verpflegung und versorgung entlang der strecke und im zielbereich, ein funktions-t-shirt für alle finisher, eine medaillie, und für € 20,- aufpreis war auch der begleitradfahrer mit t-shirt und verpflegung versorgt, egal ob gemietet oder selber mitgebracht.

sofern es sich einrichten lässt komme ich im nächsten jahr wieder - der termin mit 2.-3. juli 2010 ist schon fixiert.