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NEWS
Februar 2008
Zeit für Bewegung
 
 
Gleichgewicht - ein Phänomen
 

Das Gleichgewicht ist ein faszinierendes Phänomen. Die Faszination geht von einem Spannungsfeld zwischen zwei Polen, zwischen Verlust und Wiedergewinn, zwischen dem Bemühen um ein Gleichgewicht und dem Dialog mit dem Ungleichgewicht, aus.

"Das Gleichgewicht spielt im Leben des Menschen eine viel größere Rolle als man glaubt. Es ist ständig bedroht und wird dauernd korrigiert, ohne dass uns dieses Kräftespiel zum Bewusstsein kommt," schrieb der Schweizer Sportwissenschafter Karl Mülly (1877 - 1960) bereits 1933.

Wird ein Kind geboren, so setzt es sich mit Verlassen des schützenden Mutterleibes dem Spiel der äußeren Kräfte aus und muss seine inneren Kräfte dazu in ein Gleichgewicht bringen. Bei all seinen motorischen Handlungen und vielfältigen motorischen Aktivitäten wird dieses Kräftespiel den Menschen lebenslang begleiten und seine Lebensqualitäten beeinflussen.

Für die Gleichgewichtsorganisation ist der Vestibularapparat (Innenohr mit Kleinhirn) zuständig. Es erfordert jedoch auch eine multimodale Informationsaufnahme und -verarbeitung unter Beteiligung aller Analysatorenbereiche, wie des kinästhetischen (Rezeptoren in Gelenke, Muskeln, Sehnen), des taktilen (berühren) und des visuellen (Auge) Analysatoren notwendig.

Anforderungen an das motorische Gleichgewicht werden in Abhängigkeit vom Alter und vom allgemeinen Leistungsniveau durch die Bewältigung des Alltags, durch Arbeitsprozesse, aber besonders auch durch die sportlichen Handlungen in den verschiedenen Sportarten gestellt.

Gleichgewichtsanforderungen sind immer dann vorhanden, wenn durch Lageveränderungen des Körperschwerpunktes im Verhältnis zur Stützfläche das Körpergleichgewicht gestört wird.

- beim Stehen und Gehen, beim Bücken und Treppensteigen, beim Ausrutschen, beim Schwimmen, Radfahren, Tanzen, Bewegungen auf labilen oder sich bewegenden Unterlagen, verschiedenen Arten von Drehungen...

Übungen, um ein gewissen "Grundgleichgewicht" zu erlangen sind hier kurz erklärt:

  • üben Sie täglich 5 Minuten, jede Übung etwa 15 Sekunden, nach jeder
    Übung das Standbein wechseln. Fühle, wie Sie Ihr Ungleichgewicht
    mit den verschiedenen Sinnen und ihrem Zusammenwirken wahrnehmen.
    Zu Beginn genügt es am Fußboden zu stehen, Fortgeschrittene können
    ein mehrfach zusammengelegtes Badehandtuch oder später ein
    Balance Pad verwenden.
  • Gleichgewichtsverlagerung im aufrechten Stand - Verlagerungen des
    Schwerpunktes im möglichst gestreckt bleibenden Stand nach vorne
    und hinten mit paralleler Fußstellung.
  • Seiltänzerstand - die Beine stehen auf einer gedachten Linie, die Arme
    zur Sicherheit des Gleichgewichts seitlich austrecken, im Wechsel zur
    Decke, zum Boden, zur linken und zur rechten Hand schauen, Augen
    schließen und wieder öffnen
  • stehen Sie auf einem Bein mit offenen Augen und herabhängenden Armen
  • stehen Sie auf einem Bein mit Kopf im Nacken
  • stehen Sie auf einem Bein mit Vor- und Rückschwingen des Spielbeins
    oder/und Armkreisen
  • stehen Sie auf einem Bein und beugen Sie den Oberkörper nach vorne
    und richten sich wieder auf
  • üben Sie alle Aufgaben auch mit dem anderen Bein und danach
    alle Übungen mit geschlossenen Augen

 

Zeit für Bewegung

Klaus Spielbüchler

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