Als Ultralauf wird jeder Lauf bezeichnet,
der länger ist als ein Marathon, also über 42,195km. Als klassischer
Ultralauf gelten üblicherweise Streckenlängen von 50 oder
100km, wenn es sich um Landschaftsläufe handelt, sind auch "krumme"
Distanzen möglich.
Eine zweite Variante sind 6-, 10-,
12- oder 24-Stunden-Läufe. Gewonnen hat hier, wer im betreffenden
Zeitraum die längste Strecke zurücklegt.
Der Internationale Leichtathletikverband
IAAF erkennt jedoch nur die 100km-Distanz als offizielle Wettkampfstrecke
an.
1989 fand in Wörschach (Stmk)
der erste 24 Stundenlauf statt. Sieger wurde damals Franz Monschein
(AUT) mit 213,700km (ÖR). Zwei Jahre später erreichte Helga
Backhaus (GER) mit 196,240km als erste Frau das Siegerpodest.
Die Zahl der Anmeldungen zu Ultraläufen
steigt zwar immer wieder, aber der elitäre Kreis der "richtigen"
Ultraläufer ist klein und familiär.
Etwa 1.500 Läufer und Läuferinnen
sind in Ultralaufvereinen organisiert, insgesamt tummeln sich auf den
langen Strecken etwa 2.500 Ultraläufer. Der Frauenanteil liegt
bei etwa 8-10 Prozent.
Häufig - aber nicht immer -
sind es erfahrene Marathonis, die den Reiz der langen Strecken entdecken
und auf die Ultradistanzen wechseln.
Wer sich an einen Ultra heranwagt,
sollte langjährige Lauf-, am besten Marathonerfahrung mitbringen
und vor allem orthopädisch völlig gesund sein. Kleinste muskuläre
Probleme oder Knochen- und Sehnenbeschwerden verschlimmern sich sonst
wegen der hohen Laufbelastung deutlich.
Typische Verletzungen des Ultraläufers sind Überlastungsschäden
am Knie und in der Hüfte, aber auch muskuläre Probleme. Nach
dem Wettkampf steigt die Infektanfälligkeit deutlich.
Das Training ist dem eines Marathonläufers
ähnlich.
Top-Ultraläufer trainieren
etwa 200km in der Woche. Auch hier zählen in der
Vorbereitung besonders die so genannten "langen Läufe",
die etwa 50-60% der Wettkampfstrecke betragen. Vor einem 100km-Lauf
sollten also zwei bis drei 50-60km-Läufe absolviert werden. 100km-Läufer
machen auch Tempotraining, bei 24-Stunden-Läufern dagegen steht
das Fettstoffwechseltraining im extrem langsamen Bereich im Vordergrund.
Die Lauftechnik unterscheidet sich
deutlich von anderen Bereichen der Leichtathletik. Der Begriff "Ultraschlappschritt"
umschreibt den Kräfte sparenden Schritt, bei dem die Knie möglichst
wenig gehoben werden und es zu keiner Hoch-Tief-Bewegung kommt.
Die
Ernährung vor dem Wettkampf unterscheidet sich nicht von der eines
Marathonläufers: Kohlenhydratreiches ist wichtig,
sollte aber nicht exzessiv gegessen werden.
Unterwegs sind Getränke
das Wichtigste.
Sie sollten Natrium enthalten, um die durch
das Schwitzen entstandenen Mineralverluste auszugleichen. Top-Athleten
essen unterwegs wenig, gelegentlich Fruchtriegel oder Bananen. Bei 24-Stunden-Läufen
werden allerdings auch Suppen, Nudeln, Kartoffeln oder Reis gereicht.
Klassiker unter den Läufen
wie z.B.: der 24-Stundenlauf in Wörschach (Stmk) finden auf einem
Rundkursus mit 2,3 km Länge statt. Die Veranstalter profitieren,
da nur eine kurze Strecke gesichert werden muss, die Teilnehmer, weil
sie häufiger an Publikum und Betreuern vorbeilaufen.
Ganz entscheidend ist natürlich
auch die Psyche und die Kunst sich so schnell und so lange wie möglich
zu konzentrieren. Seinen Geist, die Systeme "runterzufahren".
Das Laufen monoton werden zu lassen. Der Körper verschmilzt mit
der Strecke, die Umgebung rückt in weite Ferne. Es gilt nur einen
Fuss vor den anderen zu setzen, einen Rythmus zu finden. Der Einbruch,
der Schmerz kommt - entscheidend ist, diese Faktoren so schnell wie
möglich zu verarbeiten, zu akzeptieren und das Beste daraus zu
machen.
Einen großen Anteil haben natürlich in diesem Fall auch die
Betreuer. Ohne diese Helfer, die gerade in der Nacht und in schlechten
Zeiten für den Läufer da sind, wäre ein Durchkommen nicht
möglich.
Das Österreichische
National-Team:
Herren:
" Ewald Eder
" Günter Klammer
" Markus Thalmann
" Gerhard Eggenreich
" Gerald Fabianek
" Josef Wagner |
Damen:
" Anni Frotschnig
" Claudia Illetschko
" Gerlinde Neuhauser
" Karin Sperrer
" Regina Strasser
" Martina Schmidt |
Ewald Eder ging 2005 bei der Heim WM in Wörschach
als Rot-Weiß-Roter Favorit ins Rennen.
Der Staatsmeister im 24-Stunden-Lauf ist mehrfacher Wörschachsieger,
lief 2003 mit 267,428 Kilometer Österreichischen Rekord und war
11. der Weltrangliste. Bis er in Wörschach an den WM-Start ging.
Nun ist er Vize-Weltmeister!
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